Jährliche interne Klausur der IGGÖ: Strategische Weichenstellungen für die Zukunft
Im Rahmen der jährlich stattfindenden internen Klausur der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) am 13. Dezember 2025 kamen VertreterInnen aus den unterschiedlichen Gemeindeeinrichtigungen zusammen, um zentrale Entwicklungen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der IGGÖ zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Die Klausur bot Raum für strategische Vertiefung, fachlichen Austausch und gemeinsame Orientierung.
Präsident Vural: Reformen, Ausbildung und gesellschaftliche Verantwortung
Im Mittelpunkt der Klausur stand der umfassende Input des Präsidenten der IGGÖ. Dabei wurden zentrale Vorhaben zur Optimierung und Weiterentwicklung der IGGÖ-Verfassung vorgestellt, mit dem Ziel, interne Strukturen zeitgemäß, transparent und zukunftsfähig auszurichten. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Weiterentwicklung der Imame-Ausbildung, insbesondere im Hinblick auf kontinuierliche Qualitätssicherung, Praxisbezug und gesellschaftliche Kompetenz.
Darüber hinaus kündigte Präsident Vural ein neues Konzept für ein Dialogforum, das den strukturierten Austausch mit zivilgesellschaftlichen und religiösen AkteurInnen stärken soll. Besonderes Augenmerk soll dabei auch der innermuslimischen Dimension von Kooperation, Solidarität und Vielfalt gelten. Abgerundet wurde der Beitrag durch die Einordnung aktueller gesellschaftspolitischer Herausforderungen, denen sich Religionsgemeinschaften, insbesondere die IGGÖ, im heutigen Österreich stellen müssen.
Impulse aus der Unternehmensphilosophie
Einen übergreifenden Perspektivenwechsel bot der Beitrag des Unternehmensphilosophen Michael Vogler. In seinem Vortrag beleuchtete er die Bedeutung lebendiger Religionsgesellschaften im 21. Jahrhundert und deren Rolle als ethische, soziale und dialogfähige Akteure. Er hob hervor, dass religiöse Institutionen auch in herausfordernden Zeiten gesellschaftlich wirksam bleiben, wenn sie lernfähig, wertebasiert und durch ihre Vielfalt einen bedeutenden gesellschaftlichen Mehrwert bieten.
Bildung, Recht und Dialog im Fokus
Der Leiter des Bildungsamtes der IGGÖ, Binur Mustafi, widmete sich in seinem Beitrag aktuellen bildungs- und gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Im Zentrum standen das beschlossene Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren, die laufenden und geplanten Entwicklungen in der Imame-Ausbildung sowie das neu vorgestellte Dialogforum, das von ihm näher eruiert und in seinen facettenreichen Implikationen dargestellt wurde. Dabei unterstrich er die Bedeutung fundierter Bildungsarbeit und sachlicher Dialogformate als Antwort auf gesellschaftliche Spannungen und rechtliche Herausforderungen.
Gemeinsamer Ausblick
Die interne Klausur der IGGÖ machte deutlich, wie wichtig kontinuierliche Reflexion, fachliche Expertise und strategische Zusammenarbeit für die Weiterentwicklung der Glaubensgemeinschaft sind. Die eingebrachten Impulse und Diskussionen bilden eine wichtige Grundlage für die zukünftige Arbeit der IGGÖ, sowohl nach innen als auch nach außen.
📷 Taha Babadostu | IGGÖ