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Der islamische Mondkalender

Grundlagen, Geschichte und Umrechnung

Was ist der Hidschra-Kalender?

Der islamische Kalender- arabisch at-Taqwīm al-Hijrī- ist ein reiner Mondkalender, der die Umkreisung der Erde durch den Mond als Zeitmaßstab verwendet. Sein Ausgangspunkt ist die Auswanderung (Hidschra) des Propheten Muhammad von Mekka nach Medina. Das Jahr dieser Auswanderung wurde in der Zeit des Kalifen Umar ibn al-Khattāb als Jahr 1 des islamischen Kalenders festgelegt. Der erste Tag entspricht dem 16. Juli 622 im gregorianischen Kalender.

Der islamische Kalender unterteilt sich in zwei Formen: den Mondkalender (Hijrī Qameri), der ausschließlich auf dem Mondlauf basiert und im religiösen Leben maßgeblich ist, sowie den Sonnenkalender (Hijrī Schamsi), der im Persischen und in einigen muslimischen Ländern als bürgerlicher Kalender verwendet wird. Für die Bestimmung islamischer Feste und Gebetszeiten ist stets der Mondkalender verbindlich.

Mondkalender (Hijrī Qameri)

Sonnenkalender (Hijrī Schamsi)

Grundlage: Umlauf des Mondes um die Erde. Verbindlich für alle islamischen Feste, Fastenzeiten und religiösen Pflichten. Das Mondjahr ist kürzer als das Sonnenjahr, weshalb die Feste jährlich um ca. 10–11 Tage wandern.

Grundlage: Umlauf der Erde um die Sonne. Wird in Iran und Afghanistan als staatlicher Kalender verwendet. Für islamische Feste und Gebetszeiten nicht maßgeblich; ausschließlich bürgerliche Funktion.

Astronomische Grundzahlen

Dauer eines Mondmonates

29 Tage 12 Std. 44 Min. 2,9 Sek.

Mondmonate pro Jahr

12 Monate

Dauer eines Mondjahres

354 Tage 8 Std. 48 Min. (≈ 354,367 Tage)

Dauer eines Sonnenjahres

365,2422 Tage

Differenz Mond- zu Sonnenjahr

≈ 10,875 Tage

Vollständiger Zyklus (Mond = Sonne)

alle 33 Jahre

Schaltjahre im 30-Jahres-Zyklus

Jahre 2, 5, 7, 10, 13, 15, 18, 21, 24, 26, 29 (355 Tage)

Die zwölf islamischen Monate

1

Muharram

7

Radschab

2

Safar

8

Schaʿbān

3

Rabīʿ al-awwal

9

Ramadān

4

Rabīʿ al-ākhir

10

Schawwāl

5

Jumādā al-ūlā

11

Dhū l-Qaʿda

6

Jumādā al-ākhira

12

Dhū l-Hijja


Jeder Monat hat 29 oder 30 Tage, je nach Mondlauf. Das Mondjahr ist daher kürzer als das gregorianische Jahr, weshalb islamische Feste jährlich um rund 10–11 Tage früher im Sonnenjahr eintreten.

Umrechnung: Hidschra-Jahr → Gregorianisches Jahr

Beispiel: Hidschra-Jahr 1420

Schritt 1: Hidschra-Jahr durch 33 dividieren

1420 ÷ 33 = 43,03 → 43

Schritt 2: Ergebnis vom Hidschra-Jahr abziehen

1420 − 43 = 1377

Schritt 3: Auswanderungsjahr 622 addieren

1377 + 622 = 1999

Das Hidschra-Jahr 1420 entspricht dem gregorianischen Jahr 1999.

Umrechnung: Gregorianisches Jahr → Hidschra-Jahr

Beispiel: Gregorianisches Jahr 1999

Schritt 1: Auswanderungsjahr 621 abziehen

1999 − 621 = 1378

Schritt 2: Ergebnis durch 33 dividieren

1378 ÷ 33 = 41,75 → 42

Schritt 3: Ergebnis zum Zwischenwert addieren

1378 + 42 = 1420

Das gregorianische Jahr 1999 entspricht dem Hidschra-Jahr 1420.

Hinweis: Da das Mondjahr rund 10-11 Tage kürzer ist als das Sonnenjahr, umfasst jedes gregorianische Kalenderjahr Teile von zwei Hidschra-Jahren. Die Umrechnung ergibt daher stets Näherungswerte für das betreffende Kalenderjahr.

Besonderheiten des Mondkalenders

Das islamische Mondjahr ist gegenüber dem Sonnenjahr um etwa 10-11 Tage kürzer, weshalb islamische Feste und Ramadan jedes Jahr früher eintreten.

Alle 33 Jahre stimmen Mondjahr und Sonnenjahr wieder überein; ein vollständiger Kalender-Zyklus.

Im 30-jährigen Schaltzyklus haben elf Jahre 355 Tage statt 354 Tage (Schaltjahre), um die Abweichung zu korrigieren.

Der islamische Tag beginnt mit Sonnenuntergang - nicht um Mitternacht. Ein Festtag beginnt daher bereits am Abend des Vortages.